Dieses Jahr jährt sich der internationale Frauentag zum 110. Mal. Doch der Kampf für die Geschlechtergerechtigkeit ist aktuell wie nie. Traditionell werden in aller Welt Frauen an diesem Tag Blumen überreicht. Doch was Frauen viel dringender brauchen ist das Recht auf körperliche Unversehrtheit und körperliche Selbstbestimmung! Kurzum: Solidarität im Kampf für ihre Rechte. Die SPD Thüringen kämpft an der Seite aller Frauen für dieses Ziel.

Mord an der Partnerin ist kein „Beziehungsdrama“!

Femizide sind Morde an Frauen, weil sie Frauen sind. Auch in unserem Land wird an jedem dritten Tag eine Frau von ihrem ehemaligen oder aktuellen Partner getötet! Wenn das passiert, sprechen viele Medien gerne von Familien- oder Beziehungsdramen – anstatt Femizide klar als solche zu benennen. Wir müssen die Gesellschaft für geschlechterspezifische Gewalt sensibilisieren und sie sichtbar machen, um sie zu verhindern.

Schutz von Frauen muss oberste Priorität haben!

Viele Frauen und ihre Kinder sind Gewalt ausgesetzt. Es braucht ein Recht auf Schutz und schnelle Hilfe. Deshalb fordern wir eine flächendeckende und ausreichende Finanzierung von Frauenhäusern und einen diskriminierungsfreien Zugang, auch für geflüchtete Frauen und obdachlose Frauen. Wir verpflichten uns, die Vorgaben der Istanbul-Konvention der UN zum Schutz von Frauen und Mädchen umzusetzen.

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum!

Gewalt gegen Frauen findet nicht nur hinter zugezogenen Gardinen statt, sondern auch im digitalen Raum. Hetze im Internet – vor allem von rechts – soll Frauen mundtot machen. Die SPD setzt sich dafür ein, schnell ein »Gesetz zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität« zu verabschieden. Damit senden wir das klare Signal aus, dass wir diese Taten nicht hinnehmen und die Täter zur Rechenschaft ziehen.

Hilfsangebote

Hilfetelefon: „Gewalt gegen Frauen“

Das Hilfetelefon “Gewalt gegen Frauen” ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben. Unter der Nummer 08000 116 016 und via Online-Beratung unterstützen wir Betroffene aller Nationalitäten, mit und ohne Behinderung – 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr. Auch Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Fachkräfte beraten wir anonym und kostenfrei.

Zum Lesen

Ich habe einen Namen – Chanel Miller

Unter dem Pseudonym Emily Doe verlas sie vor Gericht einen Brief an den Mann, der sie nach einer Party an der Stanford University vergewaltigt hatte und zu nur sechs Monaten Haft verurteilt worden war. Der Text erreichte Millionen Menschen weltweit, der Kongress debattierte über den Fall, der zuständige Richter wurde abgesetzt, und man änderte die Gesetze in Kalifornien, um Opfer zu schützen. Wortmächtig beschreibt Chanel Miller, wie es sich anfühlt, den eigenen Körper wie eine Jacke abstreifen zu wollen. Wie unsere Gesellschaft über den Alkoholkonsum, die Kleidung und das Liebesleben von Frauen urteilt. Ihre Geschichte zeigt, dass Sprache die Kraft hat, zu heilen und Veränderungen herbeizuführen.

Miller, Chanel (2019): Ich habe einen Namen, Ullstein Verlag

Untenrum frei – Margarete Stokowski

Ein Klassiker der feministischen Literatur, in dem die Autorin und Spiegel-Kolumnistin Margarete Stokowski über das Aufwachsen als Mädchen und junge Frau in Deutschland schreibt. Sie schreibt von unzulänglichem Aufklärungsunterricht, von Gewalterlebnissen, von Sex und von Liebe und zeigt: Noch immer besteht mit Blick auf die Geschlechtergerechtigkeit eine kollektive Schieflage. Für Veränderung im Großen, so Stokowskis These, bedarf es den Blick auf die Details. Ein persönliches, provokantes und befreiendes Buch.

Stokowski, Margarete (2016): Untenrum frei, Rowohlt Verlag

Spiegel Reportage „Feindbild Frau“

Erst Hass, dann Mord: Der Onlinehetze gegen Frauen folgt tausendfach Gewalt im echten Leben. Behörden ignorieren das Problem, dabei sprechen Experten schon von Terror.

Zum nachlesen, hier entlang:

Zum Gucken

Kreatur – die feministischen Magazine von Arte

Kreatur ist das feministische Magazine von Arte, das sich mit vielen feministischen Themen und aus verschiedenen Perspektiven auseinandersetzt. Sehr sehenswert!

Zum angucken:

Fakten, Fakten, Fakten

APuZ: Frauen in Europa

„Frauen in Europa“ sind keine homogene Gruppe. Wenn eine Quote für Frauen in Führungspositionen gefordert wird, so betrifft dies akademisch gebildete, ohnehin privilegierte Frauen. Wird dagegen eine bessere Absicherung für private Pflegekräfte diskutiert, so geraten hauptsächlich Migrantinnen in prekarisierten, meist irregulären Erwerbsverhältnissen in den Blick. Soziale Merkmale wie Bildungsstand und Herkunft oder auch Religion unterscheiden “die” Frauen voneinander.

Das Geschlecht bleibt dennoch eine wichtige Kategorie bei der Erforschung sozialer Ungleichheit. Trotz erheblichen Fortschritten in der Gleichstellung sind Frauen häufiger Opfer von (nicht nur häuslicher) Gewalt, haben einen erschwerten Zugang zum Arbeitsmarkt und damit zu sozialer Absicherung und sind unterrepräsentiert in den politischen und wirtschaftlichen Eliten.

Zum nachlesen:

Helene-Weber-Kolleg: Fakten über Frauen in der Politik

Das Helene-Weber-Kolleg, ein politisches ThinkTank für Frauen in der Kommunalpolitik hat auf ihrer Homepage einen guten Überblick über die Situation von Frauen in der Politik veröffentlicht – sehr lesenswert!

Mehr Informationen:

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