In Springen in der Nähe von Bad Salzungen befand sich während des Zweiten Weltkrieges ein Außenlager des KZ Buchenwald, in dem Kriegsgefangene in der Schachtanlage des Kali-Betriebes arbeiten mussten. Den Opfern der Zwangsarbeit ist heute in Springen ein Gedenkstein gewidmet.

Martin Geißler, Ingo Flaig und Maik Klotzbach legen Blumen am Gedenkstein ab

Seit mehreren Jahren fehlte an dem Gedenkstein am ehemaligen KZ-Außenlager Buchenwald in Springen die Schrifttafel. Sie wurde in der Vergangenheit schon zum zweiten Mal entwendet. Zur Wiederherstellung hat sich unter Federführung von Jürgen Putzke, eine kleine Interessengruppe gefunden. Mit Unterstützung des SPD-Kreisvorsitzenden Maik Klotzbach ist es gelungen, eine Verbindung zum Unternehmen K+S aufzubauen, das dann auch finanzielle Hilfe zusagte und dem VVN/BdA 500 Euro zukommen ließ. Hinzu kamen Spenden von Maik Klotzbach (150 Euro) und Michael Klostermann, SPD-Fraktionsvorsitzender im Eisenacher Stadtrat (100 Euro).

Der Bad Salzunger Steinmetz Thomas Jornitz übernahm dann die Anfertigung und Anbringung einer Marmorplatte mit Inschrift am Gedenkstein.

„Wir haben die Aufgabe, dass die Gräueltaten des Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit geraten. Gedenkstätten und Orte dieser Art müssen sichtbar und wahrnehmbar bleiben und uns eine Mahnung sein. Auch heute ziehen wieder geistige Brandstifter durch das Land und versuchen die Menschen für ihre Ideologien zu missbrauchen. Die Gedenkstätten müssen uns eine Mahnung sein, den Dialog nie zu verlassen. Ausgrenzung und Hass führen zwangsläufig zu Gewalt,“ erklärt der Kreisvorsitzende Maik Klotzbach.

WIR ERINNERN UNS! – Aktion zur Blumenniederlegung an den Grabmälern jener, die sich dem Faschismus entgegenstellten und ihn in Gemeinschaft bezwungen haben am 8 . und 9. Mai 2020

Weil die Durchführung öffentlicher Gedenkaktionen und Veranstaltungen auf Friedhöfen, in Schulen und anderen Orten wegen der Ausgangsbeschränkungen vorerst abgesagt wurden, ruft ein Aktionsbündnis zum individuellen gedenken auf.

Damit soll gezeigt werden, dass wir die Erinnerung trotzdem aufrecht erhalten, eben gerade auch in Krisenzeiten und insbesondere die vielen kleinen Grabstätten in unseren Orten besucht werden.

Das KZ Buchenwald

Im Juli 1937 lässt die SS auf dem Ettersberg bei Weimar den Wald roden und errichtet ein neues KZ. Mit dem Lager sollen politische Gegner bekämpft, Juden, Sinti und Roma verfolgt sowie „Gemeinschaftsfremde“, unter ihnen Homosexuelle, Wohnungslose, Zeugen Jehovas und Vorbestrafte, dauerhaft aus dem deutschen „Volkskörper“ ausgeschlossen werden. Schon bald wird Buchenwald zum Synonym für das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager.

Flugaufnahme des KZ Buchenwald nach der Befreiung, Ende April 1945. Foto: U.S. Luftaufklärung. National Archives Washington

Nach Kriegsbeginn werden Menschen aus ganz Europa nach Buchenwald verschleppt. Im KZ auf dem Ettersberg und seinen 139 Außenlagern sind insgesamt fast 280.000 Menschen inhaftiert. Die SS zwingt sie zur Arbeit für die deutsche Rüstungsindustrie.

Am Ende des Krieges ist Buchenwald das größte KZ im Deutschen Reich. Über 56.000 Menschen sterben an Folter, medizinischen Experimenten und Auszehrung. In einer eigens errichteten Tötungsanlage werden über 8000 sowjetische Kriegsgefangene erschossen. Widerstandskämpfer bilden im Lager eine Untergrundorganisation, um das Wüten der SS nach besten Kräften einzudämmen. Gleichwohl wird das „Kleine Lager“ zur Hölle von Buchenwald. Noch kurz vor der Befreiung sterben Tausende der entkräfteten Häftlinge.

Als die Amerikaner im April 1945 Buchenwald und seine Außenlager erreicht haben, schreibt Dwight D. Eisenhower, der Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte: „Nichts hat mich je so erschüttert wie dieser Anblick.“

Eine ausführliche Dokumentation zum KZ Buchenwald findet sich unter dem folgenden Link:

https://www.buchenwald.de/de/72/

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