Ein Plakat mit der Aufschrift „Stop Fracking“. Auch die Creuzburger sind dagegen. Foto: Martin Gerten

In der jüngsten Sitzung des Creuzburger Stadtrates informierte Stadtrat Lutz Kromke (SPD), der drei Thüringer Bürgerinitiativen gegen Fracking vertritt, seine Parlamentskollegen zum Stand der Überarbeitung des Bundesberggesetzes bezüglich dieser umstrittenen Abbautechnologie.
Creuzburg. Im Dezember 2012 hatte der Stadtrat eine Resolution gegen Fracking auf dem Territorium der Stadt Creuzburg verabschiedet und ist damals gleichzeitig der Bürgerinitiative „Kein Fracking Unstrut-Hainich“ beigetreten.

„Der Schutz unseres Trinkwassers hat absolute Priorität“, betont der Creuzburger Stadtratsvorsitzende Karl-Heinz Michel. Für ihn seien die Spuren, die die Schiefergasförderung hinterlässt, nicht wieder rückgängig zu machen. „Bei der Windenergie kann man mit dem Lkw hinfahren und das Windrad wieder aufladen – das geht beim Fracking nicht“, betont Michel.

Eigentlich sollte der Bundestag die Gesetzesänderung schon vor der Sommerpause verabschieden, aber der Streit über die Einigung einer Expertenkommission verzögerte den Bundestagsbeschluss. Diese Verschiebung stieß bei den Berliner Parlamentariern und Umweltschützern auf ein geteiltes Echo. Während Teile der CDU die Absage kritisierten, hoffen SPD, Grüne und Umweltschützer auf ein Überdenken der Vorlage. Lutz Kromke hofft, dass die öffentliche Beteiligung im überarbeiteten Gesetz „angemessen gewürdigt“ wird.

Fracking ist eine umstrittene Fördermethode, mit der Erdgas aus eingeschlossenem Gestein in großer Tiefe mittels eines chemische Cocktails herausgesprengt werden soll. Um an das eingeschlossene Schiefergas zu gelangen, wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in die Tiefe gepumpt, um das Gestein aufzubrechen. Erst dann kann dieses Erdgas entweichen. Umweltschützer sehen eine Gefährdung des Grundwassers.

Norman Meißner / 09.09.15 / TLZ
http://www.tlz.de/web/zgt/suche/detail/-/specific/Creuzburger-Raete-gegen-Fracking-1066373177

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