SPD setzt in Regierungsprogramm einen Schwerpunkt beim Handwerk. Die Meisterausbildung soll in Zukunft kostenfrei werden.

Das Handwerk wird gerne als Rückgrat der mittelständisch geprägten Thüringer Wirtschaft bezeichnet. Nach Angaben aus dem Wirtschaftsministerium gibt es etwa 30.000 Betriebe mit mehr als 150.000 Beschäftigten. Diese tragen mit rund 12 Millarden Euro wesentlich zur Wertschöpfung im Land dazu. Schwerpunkte sind die Branchen Metall/Elektro, Bau und Gesundheit sowie Holz. Mit 14,1 Betrieben je 1000 Einwohner befindet sich Thüringen laut Landesregierung in der Spitzengruppe unter den Bundesländern.

Die gut laufende Konjuktur hinterlässt auf dem Arbeitsmarkt ihre spuren. Fachkräfte sind kaum noch zu finden. Und viele Handwerker lassen sich von den Weiterbildungskosten abschrecken, trotz Förderung. Beim Aufstiegs-Bafög werden 40 Prozent der Ausbildungskosten erstattet Die „Deutsche Handwerks Zeitung“ berichtet von günstigeren Fortbildungen zum Meister wie die der Fleischer und Friseure, die mit um die 4000 Euro zu Buche schlagen. „Teurere, wie die zum Elektriker-Meister kosten rund 9000 Euro.“

Informationen dazu: https://www.aufstiegs-bafoeg.de/de/wer-wird-gefoerdert-1699.html

Berufliche Orientierung und die duale Ausbildung sollen gestärkt werden

Die Thüringer SPD will dem Handwerk verstärkt unter die Arme greifen und das zum Thema im diesjährigen Landtagswahlkampf machen.

„Eine Ausbildung im Handwerk bietet beste Chancen. Damit das noch bekannter wird, werden wir die berufliche Orientierung und die duale Ausbildung stärken, Ausbildungsinhalte digitalisieren und das Azubi-Ticket dauerhaft einführen. Wir setzen uns dafür ein, das Aufstiegs-Bafög zu einer kostenfreien Meisterausbildung weiterzuentwickeln.“

2017 sind laut Wirtschaftsministerium etwa 6,2 Millionen Euro an Aufstiegs-Bafög ausgezahlt worden, im vergangenen Jahr seien es knapp 6 Millionen Euro gewesen. „Das wichtigste Instrument, um den Erwerb des Meisterbriefs zu finanzieren, ist das Aufstiegs-Bafög. Aus meiner Sicht ist es vorrangig, dieses weiter zu verbessern und auszubauen. Die entsprechende Forderung des Deutschen Handwerkstags unterstütze ich deshalb“, sagt Tiefensee . Hinzu kommt im Freistaat seit 2017 eine Meisterprämie von 1000 Euro für die Jahrgangsbesten eines Gewerks. „Damit hat das Land vor allem ein besonderes Zeichen der Wertschätzung für das Handwerk gesetzt und zugleich einen Anreiz für herausragende Leistungen in der Meisterausbildung geschaffen“, sagt Tiefensee . Aus seiner Sicht ist es aber auch wichtig, „bei der Finanzierung der Meisterausbildung in Deutschland keinen Flickenteppich zuzulassen“.

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