Gumpelstadt. Zum 19. mal in Serie fand in Gumpelstadt die Landwirtschaftliche Fachtagung in der Kulturscheune des Ortes statt. Leiter von Agrarbetrieben im Wartburgkreis, Eisenach und des Kreises Gotha kamen mit verarbeitenden Unternehmen, Fachleuten und Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung zusammen, um die großen und kleinen Fragen in der Landwirtschaft zu diskutieren. Neben Versicherungsfragen und Grundstücksverkehrsverfahren drehte es sich natürlich um die Rahmenbedingungen bei Umwelt und Tierschutz sowie die Fördermittel und vor allem Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Dies wurde mehrmals an Beispielen wie Gewässerrandstreifen und des Milchpreises deutlich.
Nach einer einleitenden Rede der Amtsleiterin von Bad Salzungen Frau Anne Buhlau und Grußworten der Landräte Krebs und Gießmann folgten einige Ehrungen an anwesende Landwirte.

In ihrem Vortrag zu den Landwirtschaftlichen Fachtagen referierte Ministerin Anja Siegesmund zum Thema „Umweltverträgliche Landwirtschaft gemeinsam gestalten".Foto: Norman Meißner

In ihrem Vortrag zu den Landwirtschaftlichen Fachtagen referierte Ministerin Anja Siegesmund zum Thema „Umweltverträgliche Landwirtschaft gemeinsam gestalten“.Foto: Norman Meißner

Hiernach hielt die geladene Umweltministerin Siegesmund als Höhepunkt ein Referat und beantwortete zudem Anfragen. Eigentlich ist Ministerin Kleibert für die Landwirtschaft zuständig, doch Siegesmund konnte deutlich die Überschneidungen zu dem Betätigungsfeld der Anwesenden mit ihrem Haus aufzeigen. Dabei hielt sie keine Freundschaftsrede, sondern stellte ihre Positionen klipp und klar da und verleugnete auch Konfliktfelder nicht. Trotz einigem Grummeln und nachfolgenden kritischen Fragen und Statements waren die Landwirte kultivierte Zuhörer eines durchaus fachlichen und kompetenten Vortrages, auch wenn ihnen vieles nicht gefallen haben dürfte. Dass die Landwirte Deutschland reich gemacht hätten hörten noch viele gern. Dass nur noch durchschnittlich 11% des Einkommens für Lebensmittel ausgegeben würden, war den meisten sicher bekannt. Uneinigkeit gab es erwartungsgemäß bei Umweltauflagen und Einsatzmöglichkeiten von Chemie. Stichworte wie Glyphosat, Biogas, Nitratbelastung und Wassergesetz sorgten für Aufwallungen. Vom Land könne man kaum noch eigene finanzielle Hilfen erwarten, da der Gesamthaushalt auf bald nur noch 8 Mrd. schrumpfen werde.

Zum Hochwasserschutz stellte Siegesmund klar: Hochwasserschutz sei zwar keine Pflichtaufgabe, die Entschädigung Betroffener aber auch nicht. Für den Hochwasserschutz sieht sie auf Nachfrage den Spielball nun bei der Finanzministerin Taubert, nachdem sie beim Wassercent böse Briefe und heftigen Widerstand geerntet hatte. Die aktuellen Mittel von höherer Ebene seien nur für Neubauten. Die Instandhaltung der zu 90% maroden bestehenden Schutzanlagen müsse Thüringen aus eigener Tasche bezahlen. 10 Millionen pro Jahr würden für den Hochwasserschutz benötigt. Die müssten nun aufgetrieben werden.

http://www.tlz.de/startseite/detail/-/specific/Landwirtschaftliche-Fachtage-in-der-Wartburgregion-213880684

Flyer_Fachtag_2016
SPD Wartburgkreis
Christian Gesang

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