Die Deutsche Gesellschaft e.V. lud am 19.10.2015 in die Gedenkstätte Point Alpha zur Podiumsdiskussion „Demografische Herausforderungen als Chance“. Das Podium war mit Iris Gleicke, parlamentarische Staatssekretärin für Wirtschaft und Energie im Bund, Wolfgang Tiefensee, Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und digitale Gesellschaft des Freistaates Thüringens, Roswitha Weitz, IWT Thüringen GmbH und den beiden Landräten Reinhard Krebs (Wartburgkreis) und Michael Koch (Hersfeld-Rotenburg) hochkarätig besetzt. Das Versprach nicht nur eine interessante Diskussion, sondern auch Antworten auf die vielen Fragen der Bürger und Kommunalpolitiker.

Vertreter der BI Rhön-Aktiv und der SPD Wartburgkreis nahmen an der Veranstaltung teil. Für die angekündigte Fragerunde hatte man sich gut vorbereitet. Es gibt viele brennende Themen, für die es gilt Lösungen zu finden.

Die Runde begann mit einem Grußwort von Iris Gleicke, welches noch vielversprechend klang. Der demographische Wandel, wie auch der auslaufende Solidarpakt wurden angesprochen. Für bisher Erreichtes gab es gut Beispiele, z.B. die Modernisierung der Wirtschaft, wie auch für zu bewältigende Aufgaben, z.B. das Lohngefälle Ost-West). Der anschließenden Podiumsdiskussion folgte die Ernüchterung. Anstatt konkrete Lösungsansätze zu liefern, verstrickte man sich in Ausführungen über verschiedenste Strategien und baute Szenarien, wie sich das Leben in Thüringen durch die Digitalisierung verändern könnte. Alles schön und gut, manchmal auch interessant, traf aber nicht den Nerv des Publikums. Themen wie öffentlicher Nahverkehr (Busliniennetz), medizinische Versorgung, Breitbandausbau und altersgerechtes Wohnen wurden nur angeschnitten. Die Problematiken um das Trink- und Abwasser wurde gar nicht erst erwähnt. Als die aktuelle Flüchtlingssituation angesprochen wurde, verlor die Diskussion den Faden. Mahnenden Worten von Staatsministerin Iris Gleicke und Minister Wolfgang Tiefensee folgte das Klagelied des Landrates Reinhard Krebs (Wartburgkreis), dem Widersprach wiederum Landrat Michael Koch (Hersfeld-Rotenburg). Unterschiedlicher hätten die Meinungen kaum sein können. Lösungen konnte niemand bieten.

„Der demographische Wandel stellt besonders den ländlichen Raum vor große Herausforderungen. Diese Last darf nicht allein auf den Schultern der Kommunalpolitiker, Initiativen und Verbände, die sich für ihre Region einsetzen, abgeladen werden. Wir brauchen klare Konzepte der Landes- und Bundesregierung.“, sagten übereinstimmend die Vertreter der SPD Wartburgkreis Maik Klotzbach, Timo Jacob und Rüdiger Christ. „Die Antworten, wie der ländliche Raum attraktiver und zukunftssicher gestaltet werden kann, blieb das Podium schuldig.“, ergänzen sie abschließend.

SPD Wartburgkreis
Maik Klotzbach

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