Auf der Stadtratssitzung der Stadt Bad Salzungen am 31.07. stand die Wahl des Behindertenbeauftragten auf der Tagesordnung. Christian Schließmann, der das Amt in der vergangenen Periode bereis ausführte, stellte sich wieder zur Wahl. Nach seiner Bewerbungsrede wurde er mit großer Mehrheit wiedergewählt.

Liebe Mitglieder des Stadtrats,

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

Sehr geehrte Stadtratsvorsitzende,

Liebe Gäste,

vielen Dank, dass ich mich kurz vorstellen darf. Mein Name ist Christian Schließmann. Ich bin 30 Jahre alt, gelernter Bürokaufmann und habe einen Gendefekt, das Albright-Syndrom.

Erneut bewerbe ich mich als Behindertenbeauftragter unserer Kur- und Kreisstadt, die in mehreren Schritten durch Gebietserweiterungen wachsen wird und schon gewachsen ist.

Christian Schließmann (SPD) , Stadtratsmitglied und Behindertenbeauftragter der Stadt Bad Salzungen

Ich durfte diese Aufgabe bereits in den letzten 4 Jahren mit Votum des Stadtrats wahrnehmen. Sie ist nicht immer einfach. Ich nehme soweit möglich an jeder sich bietenden Weiterbildung teil. Das Aufgabenspektrum ist sehr breit.

Angefangen vom Schlüssel für das Behinderten-WC und Preisnachlässe über Parkplatzgenehmigungen und Kündigungsschutz bis hin zu Blindenleitsystem und Stellungnahmen für Bauprojekte – um nur einige Beispiele zu nennen, mit denen ich in den letzten Jahren befasst war.

Die Probleme überhaupt kennen zu lernen und die Menschen persönlich zu treffen ist bereits an sich eine nicht barrierefreie Aufgabe. Die Gesetzgebung wird auf diesem Gebiet durch die UN-Behindertenrechtskonvention wohl weiter zunehmen und den Beratungsbedarf erhöhen.

Durch die Vergrößerung unserer Stadt um viele eher dörflich geprägte Gemeinden stellen sich neue Herausforderungen. Laut Statistik von 2019, ist die Anzahl der Menschen mit anerkannter Behinderung etwa von ca. 3.387 auf nun 5.184 gestiegen. Auch die Problemlagen werden unterschiedlicher.

Beispielsweise bei der Mobilität, bei der Kommunikation, der Betreuung durch Vereinsstrukturen oder in meinem Fall durch Sprechstunden oder andere noch zu findende Wege. Barrierefreiheit und die Probleme von Menschen mit Behinderungen im ländlichen Raum sind nochmal eine ganz andere Sache als in einer Stadt.

Wenn es beispielsweise um Information an die Zielgruppe geht, hoffe ich auf die Unterstützung der Medien. Und dennoch müssen verschiedenste Kanäle genutzt werden.

Für den einen kann ein neues Werkzeug zur Kommunikation tatsächlich eine Offenbarung sein. Für den anderen ist es aufgrund seiner persönlichen Beeinträchtigung nicht nutzbar und stellt wieder eine neue Hürde bei der Teilhabe dar.

Hier in Bad Salzungen bedeutet die Aufgabe des Behindertenbeauftragten, das Wünschenswerte mit dem Machbaren in Einklang zu bringen. Die regelmäßige Teilnahme an landesweiten Treffen mit Kollegen bringen mir hilfreiche Anregungen und Vergleichsperspektiven.

Obwohl es immer etwas zu tun gibt und nie genug getan ist bin ich von dieser Tätigkeit erfüllt und hoffe, sie in den vergangenen Jahren zur Zufriedenheit sowohl der Menschen mit Behinderung als auch des Stadtrats ausgeübt zu haben.

Sehr gern würde ich auch für die kommende Amtszeit der Behindertenbeauftragte für die Menschen in unserer wachsenden Stadt sein und bitte sie hiermit um Ihre Stimme.

Vielen herzlichen Dank!

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