Der 9. Thüringer Frauenpreis der SPD-Parlamentarierinnen ist am Samstagnachmittag im Meininger Café la Musica verliehen worden. Erstmalig gibt es zwei Geehrte. Der SPD-Kreisverband Wartburgkreis schlug Doris Kaldenbach aus Kaltennordheim vor.

Meiningen – Die Frauenrunde im Café in der Bernhardstraße 3, gelegen zwischen der Städtischen Galerie ada und den Kammerspielen, ist recht übersichtlich. Aus der Stadt Meiningen ist nicht wirklich jemand da, sieht man einmal von dem Musikern Jiyoung Na, Theresa Winter und Heiko Denner ab, die für die kulturelle Umrahmung der Feier engagiert worden sind. Dass der diesjährige Frauenpreis in der Kunst- und Kulturstadt verliehen wird, hat indirekt mit der Preisträgerin von 2014 zu tun. Den mit 1000 Euro dotierten Preis bekam – damals in Eisenach – Marie-Luise Markraf-Leischner aus Meiningen verliehen. Damit stand der nächste Ort der Ehrung, nämlich die Theaterstadt, aber noch nicht die neuen Preisträgerin für 2015 fest.

Mit dem Austragungsort wird es im kommenden Jahr vermutlich etwas komplizierter, ist doch am Samstag die Auszeichnung erstmalig an zwei Frauen aus zwei unterschiedlichen Kommunen vergeben worden. Über jeweils 500 Euro können sich Erika Krämer aus Gera und Sonja Göbe aus Heideland freuen. Sie sind die Auserwählten von insgesamt zwölf Nominierten des Freistaates.

„Die Vielfalt der Vorschläge begeisterte uns, zeugen sie doch davon, wie viele großartige Frauen es in Thüringen gibt. Hinter allen Frauen stehen tolle Projekte, jede Einzelne hätte für ihren herausragenden Einsatz einen Preis verdient“, würdigte die Bundestagsabgeordnete und Schirmherrin des SPD-Frauen-Preises, Iris Gleicke, die Nominierten. Für die Jury, der neben Gleicke weitere sechs Frauen angehören, sei es diesmal keine leichte Aufgabe gewesen, eine Entscheidung zu treffen. „Und weil diesmal alles sehr knapp zuging, haben wir uns entschieden, zwei gleichwertige Preise zu vergeben“, erklärte sie.

Einen Strauß Blumen und einen symbolischen Scheck erhielt im Rahmen der Feierstunde die 72-jährige Erika Krämer. Die Mutter von vier Kindern engagiert sich seit 1958 als Gewerkschaftsmitglied. Sie ist bis heute Mitglied im Regionsausschuss der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), leitet seit 25 Jahren eine Frauengruppe und ist Mitglied im NGG Frauenausschuss Region Thüringen. Die gelernte Konditorin bedankte sich für die Würdigung. Sonja Gröbe, die zweite Geehrte, tat dies per Brief, weil sie an der Feier wegen ehrenamtlicher Tätigkeiten nicht teilnehmen konnte. Die 59-Jährige bekam den Preis für ihre Migrationsarbeit. Fast ein viertel Jahrhundert kümmert sie sich um die Eingliederung von Menschen, insbesondere von Frauen. Zugleich engagiert sie sich beim Verein „Sterntaler“ und in der Hospizarbeit.

Die Nominierten

Vorgeschlagen für den Frauenpreis 2015 waren diesmal zwölf Frauen. Die Jury war beeindruckt von der Vielfalt der Einsendungen. Die Nominierten: Eva-Maria Fastenau aus Gera (politisches Kabarett), Helga Uhl aus Nordhausen (Seniorenvertretung/Vernetzung), Edda Creutzburg aus Hörsel (Verein der DDR-geschiedenen Frauen), Helga Rathnau aus Nordhausen (Nordhäuser Tafel), Doris Kaldenbach aus Kaltennordheim (Kommunalpolitik), Sonja Gröbe aus Heideland (Migrationsarbeit/Projekt Sterntaler), Karin Roßmann aus Ilmenau (Kommunalpolitik), Erika Krämer aus Gera (Gewerkschaftsarbeit/ehrenamtliche Richterin), Maria Schönfelder aus Gera (Projekt gegen häusliche Gewalt), Petra Rottschalk aus Rudolstadt (Kommunalpolitik, AWO, Tanz- und Folkfest), Sabine Bräunicke aus Sondershausen (Bündnis gegen Rechts/Ehrenamtsbeirat) und Frauke Kötter aus Leinatal (Internationaler Bund, Arbeit mit Kindern, Tagesgruppe).

http://www.insuedthueringen.de/lokal/meiningen/meiningen/Zwei-Frauen-teilen-sich-diesmal-den-Preis;art83442,4350341

Wir danken Doris Kaldenbach für Ihr langjähriges Engagement und wünschen Ihr für die Zukunft alles Gute. Es gibt noch viel zu tun! Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit in den nächsten Jahren.

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