feldatal.de

Der Vorstand der SPD des Wartburgkreises fordert von der Thüringer Landesregierung die Entwicklung ländlicher Räume mit aller Konsequenz umzusetzen. Diese Forderung steht im Einklang mit Punkt 7.4 im Koalitionsvertrag zwischen den Parteien DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN und basiert vornehmlich auf der sich dramatischen Bevölkerungsentwicklung.

Eine neuste Studie der Bertelsmann-Stiftung weist darauf hin, dass es auf dem Land zunehmend schwieriger wird, eine funktionierende Infrastruktur etwa bei Nahverkehr oder ärztlicher Versorgung sicherzustellen. Mit Blick auf die Altersstruktur der Bevölkerung warnt diese Studie auch vor Versorgungslücken für ältere Menschen. Kommunen müssen sich auf einen erhöhten Pflegebedarf einstellen. Dennoch müssen auch einwohnerschwache Regionen flexible Mobilitätsangebote, schnelles Internet und eine angemessene medizinische Versorgung bieten.
In einer Studie der Universität Jena wird festgestellt, dass in Städten und Gemeinden, in denen sich die Menschen selbst als „abgehängt“ oder „verloren“ betrachten, Neonazis und ihr rechtsextremes Gedankengut leichtes Spiel hätten. Die Studie zeige auch, dass sehr oft Menschen große Angst davor haben, etwas von ihrem Wohlstand zu verlieren, diese Angst könne sehr leicht in Rechtsextremismus umschlagen.
Mittelbar bestehe deshalb auch ein Zusammenhang zwischen der Finanzausstattung beziehungsweise der Haushaltlage der Kommunen und der Anfälligkeit der dort lebenden Menschen für braune Ideologien.
In Kommunen, die kein Geld mehr hätten, um in Straßen oder Kitas zu investieren, sei das Gefühl, vom Wohlstand Deutschlands abgehängt zu sein, besonders groß.
Somit hat die Förderung des Ländlichen Raums vornehmlich auch stabilisierende Wirkung für die Demokratie.

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Holland-Nell
SPD-Kreisvorsitzender

Kommentare