Bad Salzungen. Auf Einladung der SPD Bad Salzungen besuchte Thüringens Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) die Kur- und Kreisstadt des Wartburgkreises.
Nach dem offiziellen Programm gab es noch eine Gesprächsrunde zum Thema Gebietsreform.
Dabei überreichte der Vorsitzende der SPD Wartburgkreis Jürgen Holland-Nell ein Schreiben an Minister Poppenhäger. Zur letzten Kreisvorstandssitzung Anfang Juli in Weilar hatten der Vorstand der SPD Wartburgkreis und die SPD im Feldatal ihre Vorstellungen und Forderungen zur Gebietsreform gemeinsam abgestimmt.

In dem Schreiben an Thüringens Innenminister Poppenhäger heißt es:

„Sehr geehrter Herr Minister Poppenhäger,
lieber Holger,

der Vorstand der SPD-Wartburgkreis hat sich auf seiner turnusgemäßen Julisitzung mit dem Thema Gebietsreform in der Region Feldatal/Rhön befasst. Eingeladen waren dazu auch Vertreter der Ortsvereine aus dem Feldatal. Dabei wurden die laufenden Gespräche der Gemeinden Brunnhartshausen, Neidhartshausen und Zella mit der Gemeinde Dermbach zu einem freiwilligen Zusammenschluss begrüßt. Aus der Gemeinde Empfertshausen gibt es ebenfalls Interesse an diesem Gesprächsprozess.

Die vorhandenen Strukturen, welche Dermbach mit den umliegenden Gemeinden Brunnhartshausen, Empfertshausen, Neidhartshausen und Zella seit Jahren und teilweise Jahrzehnten verbinden, wie das Schulnetz, die Kirchengemeinden (beider Konfessionen) und das Vereinsleben bilden für eine gemeinsame Zukunft eine gute Grundlage für diese Gemeinden an der B 285.

Bekräftigt wurde auch die Forderung nach einem Erhalt des Wartburgkreises mit einer baldigen Rückkreisung der Stadt Eisenach. Interessant findet der Vorstand der SPD des Wartburgkreises die Idee, die gesamte Thüringer Rhön im Zuge der Gebietsreform in den Wartburgkreis zu integrieren. Historisch gesehen orientiert sich diese Variante an dem „Eisenacher Oberland“ (Verwaltungsbezirk Dermbach), welches im Landkreis Eisenach in den Jahren 1922 bis 1952 eine Verwaltungseinheit bildete. Mit der Integration der Thüringer Rhön in einem Kreis wäre vor allem die touristische Entwicklung effizienter zu gestalten sowie die Förderung dieser vom demografischen Wandel besonders betroffenen Region besser zu organisieren.

Sehr geehrter Herr Minister,
lieber Holger,
die anstehende Gebietsreform muss zum Vorteil der Bürgerinnen und Bürger realisiert werden. Keinesfalls darf sie dazu führen, dass sie wie zur Gebietsreform 1994 wegen Postengeschachere schwerwiegende nachteilige Auswirkungen für die Bürgerinnen und Bürger Thüringens zur Folge hat. Bei zu erwartendem Widerstand kleinteiliger Strukturen wären Sonderlösungen ein Schaden für die Glaubwürdigkeit und Durchsetzungskraft.

Freundliche Grüße,

Jürgen Holland-Nell
für den Kreisvorstand der SPD-WARTBURGKREIS

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