Peter Leisner (links) aus Gotha übernimmt den Staffelstab von Dr. Werner Pidde aus Waltershausen für den Vorsitz im Kreisverband Gotha der SPD. Peter Leisner wurde mit 91,5 Prozent der Stimmen gewählt. Foto: Ute Rang

Peter Leisner (links) aus Gotha übernimmt den Staffelstab von Dr. Werner Pidde aus Waltershausen für den Vorsitz im Kreisverband Gotha der SPD. Peter Leisner wurde mit 91,5 Prozent der Stimmen gewählt. Foto: Ute Rang

Tabarz. Dem Hausherrn gehört das erste Wort. David Ortmann (33) begrüßt alle, die am Samstag, punkt 10 Uhr im kukuna sitzen. Der SPD-Bürgermeister nutzt die Gelegenheit, öffentlich stolz auf den Ort zu sein. Er nennt die 42 Vereine bei rund 4000 Einwohnern und er sagt: „Es ist schwierig für uns, aber wir geben nicht auf. Noch nie war das Engagement in Tabarz so hoch wie jetzt.“

Von da ist es nur ein Katzensprung zur Partei.

Ortmann sagt: „Ich wünsche mir in der SPD ein bisschen mehr Tabarzer Kampfgeist – und dass es heute ein kleiner Aufbruch wird.“
Drei Stunden später steht fest: Peter Leisner, 28 Jahre jung, Chef der SPD/FDP-Fraktion im Stadtrat von Gotha übernimmt den Vorsitz im Kreisverband. Er wird mit 91,5 Prozent der Stimmen gewählt. Anwesend sind 47 Mitglieder des Kreisverbandes. Ihm gehören derzeit 314 Sozialdemokraten an.
Es ist ein Generationswechsel an der Spitze. Peter Leisner bekommt symbolisch einen grünen Staffelstab vom bisherigen Vorsitzenden Werner Pidde (62) aus Waltershausen, der auch im Thüringer Landtag sitzt.

Schnelle Läufer, kein Fehler beim Wechsel

In seinem Rückblick hat Werner Pidde bereits gesagt: „Wir setzen auf den Nachwuchs.“ Er verweist darauf, dass er als alter Hase im Jahr 2014 die Verantwortung nicht scheute und dass der Kreisverband im Jahr 2015 49 Kandidaten für die Wahl zum Kreistag sowie 292 Kandidaten für die Wahlen in den Kommunen aufstellen konnte – und dies mit Erfolg. Bereits dabei seien die Jungsozialisten kräftig eingebunden worden. Nun sind sechs Mitglieder der Kreistagsfraktion bei den Jusos, und David Ortmann sitze im Landkreistag.
Werner Pidde sagt auch: „Heute übergebe ich den Staffelstab und reiche weiter, was ich von meinem Vater weiß und was nicht nur für den Sport gilt: Für eine Staffel braucht man schnelle Läufer. Ganz wichtig aber ist – bei der Stabübergabe darf es kein Abbremsen geben.“
Als Werner Pidde spricht, ist der Thüringer SPD-Vorsitzende schon wieder gegangen. Immerhin hat sich Andreas Bausewein den Kurzbesuch in Tabarz nicht nehmen lassen.
Es gibt eine nette Rangelei. Der Versammlungsleiter Knut Kreuch kündigt ihn als Oberbürgermeister der neben Gotha bedeutendsten Thüringer Stadt an. Andreas Bausewein kontert und setzt den Unterschied zwischen der Landeshauptstadt Erfurt und der schönsten Residenzstadt von Thüringen. Dann schaut er zurück zum September 2014 und die Landtagswahlen – und sagt: „Das Ergebnis von 12,4 Prozent der Wählerstimmen legte nahe, dass es die anderen Parteien ohne uns machen. Aber rein zahlenmäßig ging das nicht. Nun haben wir im Landtag noch nicht eine Abstimmung verloren und hätten mit dem Austritt von Jürgen Reinholz aus der CDU in einer schwarz-roten Koalition schon keine Mehrheit mehr. Wir haben die drei wichtigsten Ressorts der Landesregierung.“ Außerdem sei die SPD auf kommunaler Ebene gut aufgestellt.
Zur anstehenden Gebietsreform sagt er, dass die SPD am Gelingen gemessen werde und es jetzt etwas werden müsse. Er meint: „Damit kann man Stimmen gewinnen. Wir müssen etwas tun und nicht sagen, Thüringen lebe von der Kleinteiligkeit.“
Schließlich blendet er in das Innenleben seiner Partei und wird am Beispiel Wahlkampf ziemlich deutlich, als er sagt: „Ein Kandidat muss die Partei ziehen und nicht die Partei den Kandidaten. Wer mehrere Jahre im Parlament sitzt und es dann nicht schafft, in seinem Wahlkreis die Mehrheit der Wähler zu überzeugen, der hat seinen Beruf verfehlt.“

Salzmannschüler für Jusos im Kreisvorstand

Mit der Willy-Brandt-Medaille wird für seine lange, verdienstvolle Arbeit Siegfried Meißner (76) aus Georgenthal geehrt, der erst am Vortag das Krankenhaus verlassen konnte.

Der Generationswechsel im Kreisverband betrifft nicht allein die Spitze. Auch Gabriele Reichstein, die über Jahre viele Ämter für die Partei ausgefüllt hat, verabschiedet sich aus dem Kreisvorstand und bekommt einen langen Beifall.
Als Stellvertreter von Peter Leisner werden gewählt Dagmar Klopffleisch aus dem Ortsverband Leinatal und David Ortmann aus dem Ortsverband Friedrichroda.
Dem neuen Kreisvorstand gehören an: Andrea Abicht vom Ortsverband Friedrichroda, Frieder Eccarius und Marcel Bausewein vom Ortsverband Gotha, Sarah Schambach und Brita Schweitzberger aus dem Ortsverband Crawinkel und Marco Wölk von Ortsverband Waltershausen. Die Jungsozialisten entsenden als ihren Vertreter Louis Kauk in den Kreisvorstand. Er ist 14 Jahre alt und lernt am der Salzmannschule in Schnepfenthal.

Peter Leisner gehört seit 2007 der SPD an und war lange Juso- Vorsitzender. In seiner Vorstellungsrede wirbt er um Vertrauen und zitiert den Polarforscher und Diplomaten Fridtjof Nansen. Diese Vorlage greift Knut Kreuch (49) nur zu gern auf.

Er gibt ihm auf den Weg: „Du wirst für uns der Eisbrecher sein zu anderen. Und merke Dir. Wir sind nicht der drittgrößte Kreisverband der SPD in Thüringen. Wir sind der größte Landkreis der SPD.“

Ute Rang / 14.02.16 / TA

SPD Wartburgkreis
Maik Klotzbach

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