Foto: Henry Czauderna / Rennsteig.de

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Das Wirtschaftsministerium baut die Förderung für den Thüringer Wald um: Künftig soll neben der „Lokomotive“ Oberhof die gesamte Region gestärkt werden. Der Regionalverbund begrüßt die Pläne.
Erfurt/Zella-Mehlis – Unter der Überschrift „Zukunft Thüringer Wald“ arbeitet die Landesregierung an einer Stärkung der Rennsteig-Region von Eisenach bis Blankenstein. Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte das Wirtschaftsministerium, ein entsprechendes Konzept vorzubereiten. Bereits im Januar will sich das rot-rot-grüne Kabinett damit befassen. Die neue Konzeption geht offenbar über das bisherige „Handlungskonzept Oberhof“ hinaus. Dieses sorgt dafür, die Wintersport- und Tourismus-Hochburg mit rund 35 Millionen Euro auf Vordermann zu bringen. Nun soll die gesamte Region mit Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge bis hin zu den großen Saale-Stauseen in den Blick genommen werden. Die Region umfasst acht Landkreise sowie mit Eisenach und Suhl zwei kreisfreie Städte. „Wir setzen auf regionales Wachstum und die Entwicklung der Zentren gleichermaßen. Oberhof ist ohne Frage hierbei ein besonderer Schwerpunkt, denn hier befindet sich die Lokomotive der Region“, sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Der Thüringer Wald brauche nun „dringend“ eine übergreifende Strategie zur Entwicklung und Vermarktung. Mit Tourismus, Sport, Wirtschaft, Infrastruktur oder Energieversorgung gebe es eine Fülle von Themen. „Es geht darum, möglichst rasch alle Beteiligten in der Region gemeinsam mit der Landesregierung zu einer engen
Kooperation auf höherem Niveau zu bringen“, so der Minister.
Nach Informationen unserer Zeitung soll an die Stelle des „Oberhof-Beauftragten“ eine beim Wirtschaftsministerium angesiedelte „Stabsstelle Zukunft Thüringer Wald“ treten. Diese wird unmittelbar Staatssekretär Georg Maier (SPD) zugeordnet. Sie soll ressortübergreifend beispielsweise Steuerung und Mittelvergabe bei Projekten im Thüringer Wald verbessern. Ein wichtiges Thema wird die Bewerbung Oberhofs um die Biathlon-WM 2022 sein.
Der Regionalverbund Thüringer Wald begrüßte die geplante Neuausrichtung. „Wir haben das mit großer Freude aufgenommen“, sagte Geschäftsführerin Marietta Schlütter. „Etwas Besseres konnte uns nicht passieren.“ Parallel dazu lässt der Verbund derzeit erstmals eine eigene Tourismus- Konzeption für den Thüringer Wald erarbeiten. Die Region sorge immerhin für fast die Hälfte der Wertschöpfung im Thüringen-Tourismus, sagte Geschäftsführerin Schlütter. Ihren Angaben zufolge sollen zwei Institute aus München und Nürnberg Vorschläge erarbeiten, wie die Region entlang des Rennsteigs besser als bisher vermarktet werden kann. So soll die Strahlkraft der Marke „Thüringer Wald“ verbessert werden. Außerdem untersuchen die Experten den Zustand der Tourismus-Wirtschaft und die Strukturen bei der Organisation des Fremdenverkehrs. Erste Ergebnis werden im März erwartet. Geplant ist, die komplette Studie im Herbst 2016 vorzulegen. „Sie wird ein starker Unterbau für die Konzeption Zukunft Thüringer Wald sein“, sagte Schlütter.

https://www.insuedthueringen.de/regional/thueringen/thuefwthuedeu/Regierung-will-Region-Thueringer-Wald-staerken;art83467,4553302,E
Von Eike Kellermann

SPD Wartburgkreis
Maik Klotzbach

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