Mitglieder und Gäste von befreundeten Vereinen und Arbeitsgruppen aus Barchfeld, Bad Liebenstein, Steinbach und Wenkheim, insgesamt knapp 40, fanden sich im Bürgerhaus zur Feier des 25-jährigen Bestehens des Vereins „Ortschronik Schweina“ ein.
Rainer Koch

Schweina – „Sehr präsent“ sei der Verein im gesellschaftlichen Leben Schweinas, urteilte Ortsbürgermeister Frank Weise, während Bad Liebensteins Bürgermeister Dr. Michael Brodführer die große Bedeutung der lokalen Geschichtsforschung für die Bindung der Bürger an ihre Heimat und für den Fremdenverkehr hervorhob. Walter Schmidt aus Wenkheim beglückwünschte „die Schweinaer zu diesem Verein“.
In der Tat ist es so, wie es die Vereinsvorsitzende Edith Raddatz zu Beginn ihres Festvortrags festhielt: Die Ortschronik sei in den 25 Jahren im ehemaligen Amt Altenstein und weit darüber hinaus zum Begriff, zur Marke gereift. Das zarte Pflänzchen mit sieben Gründungsmitgliedern am 25. April 1991 trägt reiche Früchte. War es zu Beginn bis zu seinem Tod 2002 Dr. Richard Uehling, der übersprudelnd vor Ideen und Elan die Entwicklung des Vereins vorantrieb, so ist es heute das Ehepaar Edith und Andreas Raddatz mit seinen Mitstreitern.
Schöner Lohn für sie – am Vorabend der Feier erklärte ihr Sohn Markus den Beitritt und ist nun mit 27 Jahren jüngstes Mitglied. Derer 65 zählte der Verein im Laufe der zweieinhalb Jahrzehnte. 19 davon sind mittlerweile verstorben, andere weggezogen, ein Stamm von 25 bis 30 Frauen und Männern sorgt für stets stabile Verhältnisse.
Von der ersten, noch bescheidenen öffentlichen Präsentation des Vereins zum Höhlenfest im Juni 1991 bis zur vorläufig letzten gemeinsam mit dem Bergmannsverein Bad Liebenstein eine Woche vor dem Jubelfest spannt sich ein Bogen weitreichender Aktivitäten: die 15 Tage der Ortschronik als Höhepunkte, eine Häuserkartei als Dauerbrenner, zehn Ausgaben der „Altensteiner Blätter“ plus weitere Publikationen, Spendenprojekte wie zuletzt für die Restauration des Gemäldes in der Kirche aus dem Jahr 1580 mit der ältesten bekannten Darstellung der Burganlage Altenstein und des Ortes Schweina, thematische Ausstellungen, die 1075-Jahrfeier Schweinas 2008, Vereinsfahrten. Nicht zu vergessen die akribische Arbeit im Stillen, im Archiv des Vereins.
1991 wurde die Verbindung mit Wenkheim im Main-Tauber-Kreis geknüpft, verbindendes Element waren die Hunde von Wenkheim, die 230 Jahre auf dem Altenstein und über Schweina herrschten und in Wenkheim ihren Stammsitz hatten.
Zu Wort kamen Mitglieder der ersten Jahre wie die heute 93-jährige Elfriede Mosebach, Harald Schuck und Gründungsmitglieder wie Dr. Eike Biedermann und Johanna Willer. Diese berichtete, sie habe anlässlich der Konfirmation ihres ersten Urenkels eine kleine Familiengeschichte verfasst, die sechs Generationen umfasse. „Machen Sie das auch, schreiben Sie alles auf, es ist auch ein Stück Ortsgeschichte!“, sagte sie und befand sich damit in direkter Linie mit Franz Uehlings inzwischen geflügeltem „Schrie’s uff!“
Ein ganzes Stück Ortsgeschichte geht auf die Kappe des Vereins, der die 25 Jahre im Oktober noch einmal mit der Öffentlichkeit feiert – beim 16. Tag der Ortschronik. hrk

Info
25 Jahre Ortschronik Schweina , das sind: 193 Mitgliederversammlungen, 65 Vorstandssitzungen, 80 Treffen der Arbeitsgruppen, 88 Archivtage, 15 Tage der Ortschronik, 26 weitere Ausstellungen, 7 eigene Dia-Vorträge, 5 Gastvorträge zum Thema Bergbau, 13 Begegnungen mit den Freunden aus Wenkheim, 15 Publikationen, Teilnahme an ungezählten Umzügen und Vereinstreffen, Einrichtung zweier Archive, 5 Spendenprojekte, 20 Vereinsfahrten, Beteiligung an Aktionen wie dem Fackelbrennen in Wenkheim.

STZ – Südthüringer Zeitung
https://www.insuedthueringen.de/lokal/bad_salzungen/fwstzslzlokal/Ortschronik-Schweina-das-ist-eine-Marke;art83434,4816908

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