Nunmehr schmeißt der Landrat des Unstrut-Hainich Kreises Harald Zanker den Handschuh in den Ring und folgt dem Prinzip: Angriff ist die beste Verteidigung, denn bei bisherigen Konzepten zur Kreisgebietsreform musste der UHK eher fürchten, selbst Opfer einer Zerteilung zu werden. Nun droht Zankers Vorschlag anderen damit.
Landrat Krebs (CDU) wird bereits länger vorgeworfen, die Rückkreisung Eisenachs nicht ernsthaft und energisch genug betrieben. Zu viel im Geheimen. Zu lange hinaus gezögert, um glaubhaft zu machen, dass er es wirklich wolle. Eigentlich widerwillig.
Die recht sichere Bank der CDU bei Wahlen im Wartburgkreis droht sich etwas zu verschieben aufgrund der ca. 30.000 Wähler in Eisenach. Dies ist für CDU- Vordere des Wartburgkreises kein echter Anreiz für eine zeitige Rückkreisung.
Der Wartburgkreis sei nach 20 Jahren eine „erfolgreiche Konstellation“, teilt Krebs jetzt mit. Damit hat er zweifelsohne recht, doch jetzt gilt es energisch zu handeln. Landrat Zanker weiß, dass er mit seinem Angebot an den Hainich verfängt. Und Landrat Krebs weiß es auch, sonst würde er nicht so schnell reagieren. Kaum wird nach ewigem Martyrium Mihla bei seiner lang versprochenen Regelschul-sanierung durch den Kreistag bedacht: Schon wird aus dem Geisaer Amt vom CDU-Bürgermeister über Benachteiligung gejammert. Dass ca. 90% der Kitaförderung dieses Jahr vom Kreis ins Geisaer Amt gehen, verschweigt sie geflissentlich. Ist ja selbstverständlich. Auch in Eisenach scheint das Kreuz für anpackende Politik zu fehlen. Nun, da die Linke selbst die OB stellt, werden Vorkämpfer der Gebietsreform plötzlich zu Bremsern. Teilweise erklären dieselben Leute, die unablässig betonen, Eisenach sei nicht lebensfähig, warum man aber gerade jetzt und in absehbarer Zeit nicht über Strukturveränderungen reden solle. Wann denn, bitte schön?!
Es ist in der Tat etwas dran: In der Wartburgregion können wir nur gewinnen, wenn wir einig sind. Glaubt denn irgendjemand, dass ein halber Wartburgkreis bei einer neuen Struktur, der er zugeschlagen würde (ob UHK oder SM), dort die erste Geige wäre statt das fünfte Rad am Wagen?
Eisenach ohne Änderung seiner Gemeindestruktur dürfte in Zukunft – egal in welchem Kreis nicht selbständig lebensfähig sein. Bei den Finanzen wäre der Wartburgkreis wohl die attraktivere Wahl. Und Mühlhausen würde kaum auf seinen Kreisstadtstatus für einen Konkurrenten am Rand des Kreises verzichten. Das sind Blütenträume!
Wir sollten alle daran arbeiten, dass keine Regelung kommt, wo alle in die Röhre schauen nach dem Motto, wenn zwei sich streiten…
Wenn man es wirklich ernst meint mit einer gemeinsamen Zukunft für die Wartburgregion, wird man darum kämpfen müssen. Bei Kreisgebietsreformen gewinnen nicht die Zauderer. Harald Zanker weiß das.

 

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Holland-Nell

SPD Kreisvorsitzender

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